Was ist Armutsquote (2,15 $/Tag)?

Prozentsatz der Bevölkerung, der von weniger als 2,15 $ pro Tag lebt (2017 KKP).

Kurze Antwort

Armutsquote (2,15 $/Tag): Prozentsatz der Bevölkerung, der von weniger als 2,15 $ pro Tag lebt (2017 KKP).

Einheit: % der Bevölkerung Quelle: World Bank (SI.POV.DDAY)

Definition

Die Armutsquote ist ein wichtiger sozioökonomischer Indikator, der den Prozentsatz einer Bevölkerung darstellt, der unter einer bestimmten Einkommens- oder Konsumschwelle lebt, die als Armutsgrenze bekannt ist. Sie dient als quantitatives Maß für wirtschaftliche Not und gibt an, wie vielen Personen oder Haushalten in einem bestimmten Gebiet die notwendigen finanziellen Ressourcen fehlen, um menschliche Grundbedürfnisse wie Nahrung, Kleidung und Unterkunft zu decken. Indem diese Daten als Prozentsatz der Gesamtbevölkerung ausgedrückt werden, ermöglicht die Armutsquote aussagekräftige Vergleiche zwischen verschiedenen Regionen, Ländern und Zeiträumen, unabhängig von Unterschieden in der Gesamtbevölkerungsgröße. Diese Kennzahl ist essenziell für die Identifizierung des Ausmaßes an wirtschaftlicher Ausgrenzung und Entbehrung innerhalb einer Gesellschaft. Während nationale Regierungen oft ihre eigenen Armutsgrenzen basierend auf den lokalen wirtschaftlichen Bedingungen festlegen, bleibt das Konzept ein universeller Maßstab zur Bewertung des Lebensstandards und der Verbreitung von Vulnerabilität. Die Armutsquote erfasst nicht nur den Mangel an Geld; sie beleuchtet einen Zustand, in dem Einzelpersonen nicht voll am wirtschaftlichen Leben teilnehmen können, was oft zu einem eingeschränkten Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Möglichkeiten für soziale Mobilität führt. Als grundlegender Bestandteil globaler Statistiken liefert sie die Basisdaten, die benötigt werden, um das Ausmaß der Ungleichheit und die Wirksamkeit von Entwicklungsbemühungen weltweit zu verstehen.

Wie wird es gemessen?

Die Weltbank misst die Armutsquote primär durch die Analyse nationaler Haushaltsbefragungen, die von staatlichen statistischen Ämtern durchgeführt werden. Diese Umfragen sammeln umfassende Daten entweder über das Haushaltseinkommen oder die gesamten Konsumausgaben. Konsum ist in Entwicklungsländern häufig die bevorzugte Metrik, da er tendenziell stabiler als das Einkommen ist und den tatsächlichen Lebensstandard genauer widerspiegelt, insbesondere in Agrargesellschaften, in denen Haushalte ihre eigenen Erzeugnisse konsumieren. Um globale Vergleiche zu erleichtern, rechnet die Weltbank lokale Währungsdaten unter Verwendung von Kaufkraftparitäten-Wechselkursen in eine gemeinsame Einheit um. Diese Anpassung berücksichtigt die Unterschiede in den Lebenshaltungskosten zwischen den Ländern und stellt sicher, dass ein Dollar in einem Land die gleiche Kaufkraft darstellt wie ein Dollar in einem anderen. Der bekannteste Benchmark, der durch diese Methodik erstellt wird, ist die internationale Armutsgrenze, die derzeit Personen identifiziert, die in extremer Armut leben. Diese Schwelle wird regelmäßig revidiert, um Änderungen der Preise für Grundgüter und Dienstleistungen weltweit widerzuspiegeln. Die resultierenden Daten werden aggregiert und über die Poverty and Inequality Platform gemeldet, die als primäre globale Ressource zur Verfolgung der Fortschritte beim Ziel der Beendigung extremer Armut dient.

Warum ist das wichtig?

Die Armutsquote ist ein kritisches Instrument für politische Entscheidungsträger, internationale Organisationen und Forscher, da sie eine klare Momentaufnahme der wirtschaftlichen Gesundheit und der sozialen Gerechtigkeit einer Nation liefert. Eine hohe Armutsquote deutet oft auf systemische Herausforderungen wie stagnierendes Wirtschaftswachstum, hohe Arbeitslosigkeit oder mangelnden Zugang zu wesentlichen öffentlichen Dienstleistungen hin. Durch die Überwachung dieses Indikators können Regierungen die Auswirkungen ihrer Wirtschaftspolitik und sozialen Sicherungssysteme bewerten. Eine sinkende Armutsquote wird allgemein als Zeichen für erfolgreiches inklusives Wachstum gewertet, während eine steigende oder stagnierende Quote die Notwendigkeit für dringende politische Interventionen oder Strukturreformen signalisieren kann. Über nationale Grenzen hinaus ist die Armutsquote ein Eckpfeiler für die internationale Entwicklung. Sie wird verwendet, um Fortschritte bei den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen zu verfolgen, insbesondere das Ziel, extreme Armut für alle Menschen überall zu beseitigen. Internationale Hilfsorganisationen und Nichtregierungsorganisationen verlassen sich auf diese Statistiken, um die Verteilung von Ressourcen zu priorisieren und Programme zu entwerfen, die auf die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen abzielen. Darüber hinaus hilft das Verständnis der Tiefe und Verteilung von Armut bei der Erstellung effektiverer Strategien für Bildung, Gesundheit und Infrastrukturentwicklung, was letztlich zu stabileren und wohlhabenderen Gesellschaften beiträgt.

Verwandte Indikatoren

Mehrere andere statistische Indikatoren arbeiten zusammen mit der Armutsquote, um ein umfassenderes Bild des wirtschaftlichen Wohlergehens zu vermitteln. Der Gini-Koeffizient wird weit verbreitet zur Messung der Einkommensungleichheit verwendet und zeigt, wie der Wohlstand über eine Bevölkerung verteilt ist, unabhängig von der Armutsschwelle. Während sich die Armutsquote auf diejenigen am unteren Ende der wirtschaftlichen Skala konzentriert, beschreibt der Gini-Koeffizient die Lücke zwischen Reich und Arm. Ein weiteres wichtiges Konzept ist der Multidimensionale Armutsindex, der über das monetäre Einkommen hinausblickt, um Entbehrungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Lebensstandard zu messen. Dieser Index erkennt an, dass es bei Armut nicht nur um Geldmangel geht, sondern auch um den fehlenden Zugang zu Basisdienstleistungen wie sauberem Wasser und Elektrizität. Die Kaufkraftparität ist die zugrunde liegende Wirtschaftstheorie, die verwendet wird, um Währungswerte für internationale Vergleiche anzupassen und sicherzustellen, dass Armutsgrenzen über verschiedene Volkswirtschaften hinweg relevant bleiben. Zusätzlich kombiniert der Index der menschlichen Entwicklung (HDI) die Armutsquote mit Daten zur Lebenserwartung und Bildung, um eine breitere Bewertung des allgemeinen Entwicklungsfortschritts eines Landes zu ermöglichen.

Häufig gestellte Fragen

Die Armutsquote ist ein wichtiger sozioökonomischer Indikator, der den Prozentsatz einer Bevölkerung darstellt, der unter einer bestimmten Einkommens- oder Konsumschwelle lebt, die als Armutsgrenze bekannt ist. Sie dient als quantitatives Maß für wirtschaftliche Not und gibt an, wie vielen Personen

Die Daten für Armutsquote (2,15 $/Tag) stammen von World Bank, unter Verwendung des Indikatorcodes SI.POV.DDAY.

Armutsquote (2,15 $/Tag) wird in % der Bevölkerung gemessen.

Die internationale Armutsgrenze ist eine monetäre Schwelle, die verwendet wird, um extreme Armut weltweit zu messen. Sie wurde von der Weltbank aktuell auf zwei Dollar und fünfzehn Cent pro Person und Tag festgelegt und repräsentiert die durchschnittlichen Kosten zur Deckung der Grundbedürfnisse in den ärmsten Ländern der Welt, bereinigt um lokale Preise und Inflation.

Während die Armutsquote den Prozentsatz der Menschen misst, die unter der Armutsgrenze leben, misst die Armutslücke die Intensität dieser Armut. Die Armutslücke berechnet den durchschnittlichen Abstand, um den die Armen unter die Armutsgrenze fallen, und gibt Aufschluss darüber, wie viel Einkommen benötigt würde, um alle aus der Armut zu befreien.

Armutsquoten schwanken aufgrund von Veränderungen im Wirtschaftswachstum, der Inflation, dem Beschäftigungsniveau und den staatlichen Sozialausgaben. Änderungen an der internationalen Armutsgrenze selbst, die auftreten, wenn die Weltbank ihre Daten aktualisiert, um aktuelle globale Preise und Kaufkraft widerzuspiegeln, können ebenfalls zu Verschiebungen der gemeldeten Quoten führen.

Nein, das sind unterschiedliche Konzepte. Die Armutsquote identifiziert den Anteil der Menschen, die sich keinen Mindestlebensstandard leisten können. Einkommensungleichheit, oft gemessen durch den Gini-Koeffizienten, betrachtet, wie das Gesamteinkommen über die gesamte Bevölkerung verteilt ist, einschließlich der Mittelschicht und der Reichen.

Absolute Armut basiert auf einem festen Standard dessen, was für das grundlegende Überleben benötigt wird, unabhängig vom Gesamtwohlstand des Landes. Relative Armut wird im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen einer bestimmten Gesellschaft definiert, was bedeutet, dass eine Person in einem reichen Land als arm gelten kann, selbst wenn sie ihre grundlegenden Überlebensbedürfnisse deckt.